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Alarmzeichen Sodbrennen - Refluxbeschwerden Wenn die Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt
Die Anzahl der Menschen mit Refluxbeschwerden hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Wahrscheinlich leidet inzwischen jeder fünfte Deutsche an Refluxsymptomen. Drei von vier Betroffenen haben sogar dauerhafte Beschwerden. Sie fühlen sich nicht nur bei ihren Tätigkeiten im Alltag stark beeinträchtigt, sondern laufen sogar Gefahr, schwerwiegende Folgerkrankungen, zum Beispiel eine Speiseröhrenentzündung, zu bekommen. Manche Betroffene erkranken später sogar am Speiseröhrenkrebs. Doch dazu muss es nicht kommen. Fachleute sind sich heute einig, dass die Folgen der Refluxkrankheit vermieden werden können, wenn es gelingt, die Magensäure wirksam und langanhaltend abzuschwächen. Vielleicht ist er Ihnen ja auch aufgefallen, damals im Jahre 2000. Fast in jeder Zeitung und in zahlreichen Fernsehsendungen stieß man auf ihn: Den Fliegenpilz. Er signalisierte Gefahr und symbolisierte eine Warnung. Die Aktion "Alarmzeichen Sodbrennen" war angelaufen. Bis dahin galt Sodbrennen in der Bevölkerung meist als bloße Befindlichkeitsstörung. Ärzte wussten es aber schon seit langem besser: Sodbrennen kann der Beginn einer ernsthaften Erkrankung sein. Wenn die Magensäure nicht da bleibt, wo sie hingehört, und wieder "rückwärts" aus dem Magen zurückfließt – man spricht vom Säurereflux – droht eine Verätzung der Speiseröhre. Anders als der Magen ist dieser etwa 25 cm lange "Transportkanal" nicht durch eine dicke Schleimschicht geschützt, die mit ihren basischen Absonderungen die rückflutende Säure neutralisiert. Die Säure des Magens kann in der Speiseröhre schweren Schaden anrichten. Sie ist so aggressiv, dass sie selbst eine Rasierklinge innerhalb von nur 20 Minuten zersetzen würde… Wenn die Magensäure in die Speiseröhre steigtDer Magen wird normalerweise durch einen einfachen, aber sehr wirkungsvollen Mechanismus "verschlossen". Damit Speisebrei die natürliche "Einbahnstraße" nicht von der falschen Seite her befährt, besitzt die Speiseröhre eine Engstelle, die normalerweise nur durch Speisen überwunden werden kann, die vom Mund in Richtung Magen befördert werden. Der Mageninhalt selbst bleibt deswegen sogar im Kopfstand da, "wo er hingehört". Wird der "Verschluss" jedoch undicht, kann es zum Rückstrom (Reflux) von Mageninhalt kommen. Die dann zurückschwappende Säure führt zum Sodbrennen. Schmerzen hinter dem Brustbein und Heiserkeit machen sich bemerkbar. Wird das Sodbrennen nicht richtig behandelt, kann sich die Speiseröhre entzünden. Bei jedem zehnten an Sodbrennen leidenden Menschen besteht diese Gefahr. Magensäure kann Speiseröhrenkrebs verursachenStellt der Arzt eine solche Entzündung, die "Refluxösophagitis", fest, ist es allerhöchste Zeit zum Handeln. Andernfalls kann sich die Schleimhaut dauerhaft verändern. Die Speiseröhre versucht dann nämlich das zerstörte Gewebe durch eine neue, bessere Schleimhaut zu ersetzen und gewissermaßen die säurebeständige Magenschleimhaut zu imitieren. Leider ist das aber ein untauglicher Versuch. Was die Natur im Laufe eines Millionen von Jahre währenden Entwicklungsprozesses geschaffen hat, lässt sich so einfach nicht kopieren. Im Gegenteil, die sich bildende neue Speiseröhrenschleimhaut schadet mehr als sie nützt. Sie gilt als gefährlich, da sich bei einigen Patienten aus diesem Gewebe eine Speiseröhrenkrebs.Was kann man tun?Wer an immer wieder auftretenden Sodbrennen leidet, sollte unbedingt seinen Hausarzt aufsuchen. Nur er kann die Beschwerden richtig einordnen und gegebenenfalls weitere Untersuchungen veranlassen. Meistens beginnt der Hausarzt die Therapie und veranlasst gegebenenfalls eine Überweisung zum Gastroenterologen. Dieser kann mit Hilfe der sogenannten Magenspiegelung eine zuverlässige Aussage darüber treffen, ob tatsächlich eine Refluxkrankheit vorliegt, wie schwer die Schädigung der Speiseröhre ist und ob bereits ein erhöhtes Krebsrisiko besteht. Möglicherweise wird auch eine Magenspiegelung dazu gehören. Sie ermöglicht zuverlässige Aussagen darüber, ob tatsächlich eine Refluxkrankheit vorliegt, wie schwer die Schädigung der Speiseröhre ist und ob bereits ein erhöhtes Krebsrisiko besteht. Angst braucht man vor dem "Schlauch schlucken" nicht zu haben. Zugegeben, es ist nicht sonderlich angenehm. In den letzten Jahren hat sich auf diesem Gebiet jedoch viel getan. Die Schläuche wurden immer dünner und biegsamer und die Untersuchung wird durch ein kurz wirkendes Beruhigungsmittel deutlich erleichtert. Der direkte Blick in die Speiseröhre ist jedoch nicht immer nötig. Die Behandlung kann auch einfach "versuchsweise" beginnen. Es ist ja hinreichend bekannt, welches die Ursachen für die Refluxbeschwerden sind. Hat der Arzt eine Refluxkrankheit diagnostiziert, wird er unverzüglich eine geeignete Behandlung beginnen. Natürlich spielt die wirksame Verminderung der Säure eine zentrale Rolle. Mit "Bullrich's Salz" aus Großmutters Zeiten ist es dabei jedoch nicht getan. Auch die gut gemeinten Ratschläge, vor dem Schlafengehen ein Glas warmes Wasser mit einer Messerspitze aufgelösten Backpulvers zu trinken und den Kopf später möglichst hoch zu lagern, sind keine wirksame Therapie.Ein untauglicher Versuch, dem Sodbrennen Herr zu werden. Alle Erfahrungen haben gezeigt, dass eine frühzeitig begonnene wirksame Säurehemmung in den allermeisten Fällen zu einer guten Ausheilung der Refluxbeschwerden führt. Eine geschädigte Speiseröhrenschleimhaut heilt bereits innerhalb weniger Wochen ab, wenn keine weitere Säurebelastung mehr auftritt. Aus diesem Grunde greifen die Ärzte meist auch sofort zu den heute wirksamsten Säurehemmern, den "Protonenpumpenblockern". Der Wirkstoff Esomeprazol ist einer der modernsten ihrer Art. In den meisten Fällen genügt eine vierwöchige Behandlung. Lassen die Beschwerden dann nach, wird die Dosis reduziert. Der Betroffene sollte zudem ein paar Regeln beachten, die den Heilprozess unterstützen und erneuten Beschwerden in Zukunft vorbeugen können: Speisen, die den "Verschluss" der Speiseröhre ungünstig beeinflussen, sind möglichst zu vermeiden. Dies betrifft vor allem Süßspeisen, Kuchen, Schokolade, sehr fettreiche Kost und Alkohol Zitrusfrüchte, Obstsäfte und scharf gewürzte Speisen sollten erst wieder auf dem Speiseplan stehen, nachdem die Refluxbeschwerden abgeklungen sind. Diese Nahrungsmittel reizen nämlich die entzündete Speiseröhrenschleimhaut zusätzlich Auch ein exzessiver Kaffeekonsum, Zigarettenrauchen und dauernder Alltagsstress begünstigen die Refluxkrankheit über komplexe Mechanismen und sind daher schädlich Zu üppige Mahlzeiten und stark einengende Kleidung verstärken den Druck auf den Magen und können daher einen Reflux begünstigen. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die konsequente Verminderung eines eventuell bestehenden Übergewichtes. Sieben von zehn Patienten mit Sodbrennen sind übergewichtig |
Alarmzeichen Sodbrennen - Wenn die Säure aufsteigt
brennt es in der Speiseröhre. Das können die ersten Anzeichen einer
Speiseröhrenentzündung sein. Lassen Sie es nicht dazu kommen.
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