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Sodbrennen und Magensäure - Wo wird die Magensäure produziert - Wie wird die Magensäure produziert - FAQ: Wie häufig ist Sodbrennen? Leider kann der Speiseröhrenkrebs bei vielen Patienten nicht erfolgreich behandelt werden. Wir fragten nach der Entstehung dieser gefährlichen Erkrankung und erkannten, dass die Refluxkrankheit eine der Hauptursachen für diese Krebsart ist. Refluxkranke leiden an einem unnatürlichen Rückfluss (Reflux) des sauren Mageninhaltes in die Speiseröhre. Die natürliche Einbahnstraße der Nahrung wird bei ihnen gewissermaßen in der falschen Richtung befahren. Durch die zurückflutende Magensäure kann die Speiseröhre schwer geschädigt werden. Oft sind ein starkes Brennen hinter dem Brustbein und Speiseröhrenentzündungen die ersten Vorboten ernsthafter Folgeschäden. Die meisten unserer Leser erinnern sich bestimmt noch an die "dreifache Zehner-Regel": Zehn Prozent aller Refluxkranken haben eine Entzündung der Speiseröhre, wiederum zehn Prozent dieser Patienten entwickeln daraufhin dauerhafte Schleimhautläsionen, die in abermals zehn Prozent der Fälle zu einem Speiseröhrenkrebs führt. Wer unser Journal abonniert hat, kennt nun schon eine ganze Reihe unterschiedlicher Krankheiten, die allesamt durch die Magensäure hervorgerufen oder zumindest gefördert werden: Sodbrennen, Speiseröhrenentzündungen und Magengeschwüre gehören dazu. Heute wollen wir uns damit beschäftigen, wie die Magensäure eigentlich produziert wird. Dabei werden wir uns den Mechanismus der so genannten "Protonenpumpe" einmal ausführlicher anschauen. Die Protonenpumpe ist das zentrale Ziel der modernsten säurehemmenden Medikamente (der so genannten Protonenpumpenblocker) und spielt daher für die Behandlung der meisten "säureassoziierten Erkrankungen" eine große Rolle. Wo die Magensäure produziert wirdUnmittelbar nach der Nahrungsaufnahme gelangen unsere Speisen in den Magen. Während sie nur kurze Zeit in der Mundhöhle "bearbeitet" werden und lediglich Augenblicke brauchen, um die Speiseröhre zu passieren, kann sich die Nahrung im Magen relativ lange aufhalten. Selbst Flüssigkeiten verlassen den Magen erst nach ca. zehn Minuten, um dann ihre lange Reise durch den mehrere Meter langen Darm bis zu ihrem "befreienden Ende" fortzusetzen. Feste Speisen befinden sich sogar noch wesentlich länger im Magen. Reis unterzieht sich hier etwa 1-2 Stunden lang, Ölsardinen sogar über eine Dauer von 8-9 Stunden den ersten Verdauungsschritten. An dieser Stelle sei eingeräumt, dass die Verdauung genau genommen schon begonnen hat, bevor die Speisen den Magen erreichen. Bereits der Mundspeichel ist in der Lage, Zucker und Stärke zu "spalten". Hier wirken bestimmte Enzyme, die jedoch keineswegs saure Eigenschaften haben (andernfalls würden sich unsere Zähne ja "sprudelnd" zersetzen?). Doch die eigentliche Verdauung beginnt sogar noch viel früher! Um das nachzuvollziehen, lassen Sie uns noch einmal gedanklich zurückkehren an den lecker gedeckten Festtagstisch. Im nüchternen Zustand befindet sich in unserem Magen nur wenig Salzsäure. Sobald uns aber der Duft des knusprigen Weihnachtsbratens in die Nase steigt und wir der festlich garnierten Tafel ansichtig werden, läuft uns im wahrsten Sinne des Wortes "das Wasser im Mund zusammen". Auch der Magen beginnt sich flugs auf das "Kommende" vorzubereiten. Man spricht von der "kephalischen" Phase des Verdauungsprozesses. Die intensiven psychischen Reize lösen im Gehirn Prozesse aus, in deren Folge bestimmte Zellen im Magen stimuliert werden. Sobald sich der erste Bissen im Mund befindet überschlagen sich die Nervenimpulse fast. Jetzt erfolgt ein regelrechtes Trommelfeuer an Befehlen vom Gehirn an den Magen. Die so genannten Belegzellen des Magens produzieren nun "Unmengen" an Salzsäure. Die Salzsäure sterilisiert den Nahrungsbrei und schützt uns dadurch vor gefährlichen Bakterien. Vor allem aber beginnt sie die Eiweißverdauung. Dazu benötigt sie allerdings die Unterstützung einer weiteren Flüssigkeit, des Pepsins. Salzsäure und Pepsin sind die Hauptbestandteile des Magensaftes. Gemeinsam gelingt es beiden, die in der Nahrung vorhandenen Eiweiße in kleinere Bestandteile zu spalten, die dann über die Dünndarmschleimhaut aufgenommen und über das Blut an seine "Endverbraucher" weitergeleitet werden können. Wir erinnern uns, dass sich der Magen selbst durch eine starke Schleimschicht vor der aggressiven Magensäure schützt. Die Produktion der Salzsäure, des Pepsins und des Schleims finden in speziell dafür vorbereiteten Drüsenzellen statt:Wie die Magensäure produziert wirdDie Salzsäureproduktion soll uns besonders interessieren. Sie ist eng mit der Produktion des Magenschleims verbunden, obwohl beide in verschiedenen Zellen stattfinden. In den Belegzellen wird Wasser (H2O) und Kohlendioxid (CO2) zu Protonen (H+) und Bicarbonat (HCO3-) verwandelt. Das Bicarbonat gelangt aus der Belegzelle in die Blutbahn und wird mit Hilfe der so genannten Prostaglandine in die Nebenzellen geschleust. Dort beginnt dann die Produktion des schützenden Magenschleims. Weil die Belegzelle aber Bicarbonat-Ionen abgegeben hat, nimmt sie im Gegenzug dazu Chlorid-Ionen aus dem Blut auf. Das hat weniger etwas mit Gerechtigkeit zu tun, als vielmehr mit dem Erfordernis des Ladungsausgleichs: Je ein negativ geladenes Molekül wandert aus der Belegzelle in das Blut und umgekehrt (andernfalls würde sich die Belegzelle ja innerhalb von Sekunden vor jedem Essen wie ein Akkumulator aufladen ?). Der Austausch dieser beiden Ionen geschieht gewissermaßen wie von selbst. Das Chlorid-Ion wandert später aus der Belegzelle in das Mageninnere. Auch das Proton wandert in das Mageninnere. Allerdings passiert letzteres nicht ganz ohne "fremde Hilfe". Genau genommen sind sogar ziemlich große Anstrengungen dafür erforderlich, die eine Menge Energie verbrauchen. Ein bestimmtes Enzym, die H+/K+-ATPase liefert diese Energie und "pumpt" das Proton so zusagen in den Mageninnenraum. Man bezeichnet den betreffenden komplexen biochemischen Prozess deshalb auch als Protonenpumpe.Wenn wir uns die vorstehende Zeichnung einmal genau anschauen, fällt uns auf, dass im Endergebnis dieser scheinbar verworrenen Prozesse H+ und Cl-, also reine Salzsäure (HCl), in das Mageninnere abgegeben wurde. Dass es sich tatsächlich um richtige Salzsäure handelt, hatte William Prout bereits im Jahre 1824 entdeckt. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Protonenpumpenblocker, nahezu die gesamte Salzsäureproduktion zum Erliegen bringen, indem sie – getreu ihres Namens – die Protonenpumpe als die zentrale Produktionseinheit auf chemischem Wege "blockieren". Genau genommen wird die Protonenpumpe sogar zerstört. Der Magen braucht deshalb einige Zeit, um für Ersatz zu sorgen. Eine solch starke und langandauernde Säurehemmung ist aber gerade das erfolgreichste und sicherste Behandlungsprinzip für die zuvor erwähnten Erkrankungen! Aus diesem Grunde werden Protonenpumpenblocker von den Ärzten heutzutage besonders gern verschrieben, wenn der Patient zum Beispiel an dauerndem Sodbrennen leidet. Klicken Sie in diesem Zusammenhang auch unsere April-Ausgabe von 2003 an, die Sie in die Geheimnisse der Symmetrie einführt und den derzeit modernsten Protonenpumpenblocker, das Esomeprazol, näher vorstellt. FAQ: Ist Sodbrennen häufig?Sodbrennen ist das Hauptsymptom der Refluxkrankheit. Wahrscheinlich leiden sehr viele Menschen an derartigen Beschwerden. Erhebungen zeigen, dass jeder fünfte Deutsche schwere Refluxbeschwerden hat. Fast 40 Prozent haben einen gelegentlichen Reflux. |
Wenn es in der Speiseröhre brennt
Refluxerkrankung ist Hauptursache bei der Entstehung des Speiseröhrenkrebs.
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