10 Goldene Regeln
» Sodbrennen
Magenbeschwerden sind ein Problem, mit dem sich wohl jeder Mensch früher
oder später auseinandersetzen muss. So vielseitig die Ursachen dieses
Symptoms sein können, so verschieden können auch die geäußerten
Beschwerden sein. Wir wenden uns heute einer besonders häufigen Variante von
Magenproblemen zu: dem Sodbrennen.
1. Was für Formen von Magenbeschwerden kennt man?

Magenbeschwerden sind ein Problem, dem wohl jeder Mensch schon einmal
begegnet ist. Ein Viertel der Bevölkerung hat mindestens einmal pro
Jahr Probleme mit dem Magen. Man unterscheidet grob drei wesentliche
Arten von Beschwerden: den Schmerz auf nüchternen Magen, ein frühes
Sättigungsgefühl mit Aufstoßen und schließlich diejenigen Beschwerden,
um die sich dieser Artikel im Wesentlichen dreht: Sodbrennen, oder,
wie der Mediziner sagt, refluxartige Probleme. Oft sind allerdings die
Probleme, die einen Magenkranken plagen, nicht klar zu unterscheiden.
Ursächlich zugrundeliegen können Magenbeschwerden können eine Vielzahl
von Erkrankungen, wie beispielsweise die sogenannte Refluxkrankheit,
eine Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis), Geschwüre des Magens
oder des Zwölffingerdarms (Ulcera ventriculi et duodeni) oder
tumorartige Veränderungen des Magens. Weiter kommen in Betracht:
Erkrankungen der Gallenwege, der Bauchspeicheldrüse, der Leber, des
Dick- oder des Dünndarms; selten sind auch Herzprobleme verantwortlich
zu machen. In den meisten Fällen lässt sich jedoch keine eindeutige
Ursache für die Beschwerden der Patienten ausmachen: funktionelle
Dyspepsie, Reizmagen, lautet dann die Diagnose.
Der Reizmagen: MDR.de
http://www.mdr.de/hier-ab-vier/natuerlich-gesund/170774.html
2. Was ist eigentlich der Magen?

Der Magen (medizinisch Ventrikulus oder Gaster) ist ein erweiterter
Abschnitt des Magen-Darm-Systems. Er dient als Speisereservoir. Die
aufgenommene Nahrung wird in ihm vorverdaut. Seine Form ist
individuell verschieden und von der Körperstellung abhängig. Mediziner
unterscheiden am Magen vier Teile: die Cardia, den Fundus, das Corpus
und den Pylorus. Die Cardia umschließt die Speiseröhre, der Fundus
enthält beim stehenden Menschen die Luft, die geschluckt wird, der
Corpus nimmt den größten Teil der zu verdauenden Nahrung auf und
leitet es über den Magenausgang, den Pylorus, an den Dünndarm weiter.
Die Wand des Magens ist nur wenige Millimeter dick. Während die äußere
Oberfläche des Magens glatt ist, findet sich die innere Schleimhaut
dieses Organs zu Falten aufgeworfen.
Der Magen - Wikipedia.de:
http://de.wikipedia.org/wiki/Magen
3. Wofür benötigen wir überhaupt eine Magen?

Hauptaufgabe des Magens ist das Zermahlen fester Nahrung, die
Vorverdauung der Nahrungseiweiße und die "Verpackung" von Fetten, um
sie besser aufnehmen zu können. Wichtigste Komponente dieser drei
Aufgaben sind spezialisierte Zellen der Magenschleimhaut, die im
nächsten Abschnitt beschrieben werden. Funktionell kann man den Magen
in einen oberen und einen unteren Abschnitt einteilen. Im oberen Teil
wird unter Einfluss eines Teils des autonomen Nervensystems, des
sogenannten Vagus, in der Muskulatur eine gewisse Spannung
aufrechterhalten. Beim Schluckakt und wenn Nahrung in den Magen
gelangt, vermindert sich diese. Der untere Magen hingegen übernimmt
eine eher aktive Rolle: er sorgt mittels eines "Schrittmachers" für
wellenförmige Kontraktionen, die dem Weitertransport des Mageninhaltes
dienen. Die Anspannung im Bereich des Pylorus wird unabhängig von
diesen beiden Systemen geregelt.
Die Nahrungsbestandteile - Ernaehrung.de:
http://www.ernaehrung.de/tipps/allgemeine_infos/ernaehr13.htm
4. Welche Zellen im Magen tragen zu seiner Funktion bei?

Chemische Reaktionen sind die Grundlage der im Magen ablaufenden
physiologischen Vorgänge, die letztlich der Verdauung der
aufgenommenen Nahrung dienen. Spezialisierte Zellen der
Magenschleimhaut bilden hierbei Stoffe, die diese Vorgänge anstoßen
und unterhalten. Man unterscheidet Hauptzellen, Belegzellen und
Nebenzellen. Hauptzellen bilden Pepsinogen. Dieser Stoff ist der
Vorläufer des Magenenzyms Pepsin. Die Umwandlung Pepsinogen - Pepsin
geschieht durch die Einwirkung von Salzsäure, die wiederum den
Belegzellen entspringt. Pepsin ist die Vorhut der eiweißspaltenden
Enzyme des Verdauungstraktes. Unter seiner Einwirkung findet eine
erste grobe Spaltung der großen Eiweißmoleküle statt. Die Salzsäure
der Belegzellen wirkt als "Vorverdauer" aller mit der Nahrung
aufgenommenen Stoffe. Der Schleim der Nebenzellen schließlich schützt
die Magenwand vor dem unwirtlichen Salzsäureklima - schließlich
herrscht im der ersten Station unseres Verdauungstraktes ein pH von um
1.
5. Wie entsteht denn aber nun Sodbrennen?

Als Hauptursache kennt man heute eine verminderte Schließfähigkeit
bestimmter Muskelanteile der unteren Speiseröhre, die dazu führen
können, dass Mageninhalt und somit auch Magensäure in ihren unteren
Teil gelangen können (Reflux). Als zusätzliche Faktoren kommen eine
gestörte Magenentleerung und eine verminderte
Selbstreinigungsfähigkeit der Speiseröhre mit ins Spiel. Hierunter
versteht man die gestörte Fähigkeit, beim Schluckakt in die
Speiseröhre gelangte Salzsäure wieder aus der Speiseröhre zu
entfernen. Verschiedene Faktoren können ein Sodbrennen verschlimmern,
oder, positiv ausgedrückt, durch Beachtung einfacher Regeln kann das
Auftreten dieses unangenehmen Symptoms auch vermindert werden.
Sodbrennen - MDR.de:
http://www.mdr.de/hier-ab-vier/natuerlich-gesund/937330-hintergrund-937270.html
6. Was ist eine Gastroskopie?

Eine Standarduntersuchung, die bei den meisten Formen von
Magenbeschwerden, so auch beim Sodbrennen, empfohlen wird, ist die
Gastroskopie. Hierbei kann über einen flexiblen Plastikschlauch mit
Kamera, der nach Betäubung des Rachens über den Mund und die
Speiseröhre bis in den Magen vorgeschoben wird eine Beurteilung der
Schleimhaut des Magens und der Speiseröhre erfolgen. Diese
Untersuchung gewinnt ihre Bedeutung auch daraus, dass eine gewisse
Anzahl von Menschen mit Sodbrennen durch die ständige Säureeinwirkung
an für den Körper ungewohnter Stelle eine Entzündung der unteren
Speiseröhre entwickeln. Diese kann sich in seltenen Fällen über
verschiedene Stadien hin zu einer Krebserkrankung entwickeln.
Virtuelle Gastroskopie - Diagnoseklinik München:
http://diagnostik.diagnoseklinik-muenchen.de/virtuelle-gastroskopie.html
7. Von der Säure zum Krebs - wie geht das überhaupt?

Die wesentliche Komplikation bei der Refluxkrankheit, die den Weg zur
Krebserkrankung einläutet, ist die Entwicklung eines sogenannte
Barrett- bzw. Endobrachyösophagus. Darunter versteht man einen
Zustand, bei dem der Ösophagus oberhalb der Zwerchfellenge statt durch
Schleimhaut der Speiseröhre durch solche des Magen-/Darmtypus
ausgekleidet wird. Auf dem Boden einer chronischen Entzündung der
Speiseröhre mit Zerstörung der Schleimhaut kommt es zu einem Ersatz
derselben durch Stammzellen (Zellen mit vielseitigem
Entwicklungspotential), die sich fehlerhaft differenzieren. Der
Barrett-Ösophagus ist nun ein Zustand, der in einer gewissen Zahl von
Fällen direkt in die Krebserkrankung mündet. Hierbei gelten folgende
Faustregeln: 10 % der Bevölkerung haben gelegentliches Sodbrennen,
davon entwickeln 10 % eine Entzündung der Speiseröhre mit
nachweisbaren Veränderungen, 10 % davon entwickeln wiederum einen
Barrett-Ösophagus und 10 % dieser Gruppe entwickeln dann einen
Speiseröhrenkrebs.
8. Was ist ein Helicobacter-Bakterium?

In der Medizin vollziehen sich heutzutage nur noch wenige echte
Revolutionen. Die Entdeckung, dass sich im ungemütlichen Milieu des
Magens ein Bakterium namens Helicobacter pylori aufhalten kann, hat
hingegen die Fachwelt überrascht. Noch größer war das Erstaunen, als
herauskam, dass eben dieser Schädling für eine große Anzahl der
auftretenden Magengeschwüre verantwortlich zu sein scheint. Und nicht
nur das: auch gewisse Krebserkrankungen können auf sein Konto gehen.
In der Vorstufe dieser schwereren Erkrankungen kann zu Beginn der
Infektion eine Phase mit unspezifischen Magenbeschwerden vorausgehen,
die auch Sodbrennen beeinhalten können. Helicobacter pylori wird an
dieser Stelle besonders betont, weil seine Behandlung mit Antibiotika
zur Beseitigung bestehender Beschwerden führen kann.
9. Ist es schwierig, es nachzuweisen?

Eine einfache Methode, Helicobacter nachzuweisen, besteht im
sogenannten Atemtest. Hierzu ist nicht einmal eine Magenspiegelung
erforderlich. Hierzu wird über eine trinkbare Lösung ein spezielles
Isotop des Kohlenstoffes, in Form des 13C-Harnstoff zugeführt, die
normalerweise im Körper nicht vorkommt. Ein Enzym des Helicobacter
kann nun diesen Stoff spalten, so dass der Kohlenstoff aufgenommen
werden kann und im Körper normal verwendet wird, und dann auch in der
Atemluft als "besonderes" Kohlendioxid auftaucht. Der Beweis des
Vorhandenseins des Helicobacter besteht also im Nachweis des
besonderen Kohlenstoffs nach Durchwanderung verschiedener körperlicher
Schleusen.
13C-Atemtest - Laborlexikon.de:
http://www.laborlexikon.de/Lexikon/Infoframe/h/Helicobacter-Atemtest.htm
10. Wo finde ich die Experten für Magen- und Darmerkrankungen?
Ein guter Ausgangspunkt ist die Website der Deutschen Gesellschaft für
Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten. Auch die Seite der
Gastro-Liga e.V. bietet eien Fülle von Informationen zum Thema.
Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten
http://www.dgvs.de
Gastro-Liga e.V.
http://www.gastro-liga.de